Killa Calles, Baujahr '75, ist der erste Genmensch der Welt, wie er bei
seinen Gastauftritten in Nimzwai-live Shows von Jesen fachkundig vorgestellt
wird. 2003 schließt er sein Biologie-Studium (Hauptfach: physikalische
Biologie, Diplomarbeit über differentielle Genregulation der Bakterien) ab, und ihm
wird prophezeit der erste rappende Doktor rer. nat. zu werden.
"Ich bastel meine Beatz bin Heimwerker, darf ich mich vorstellen Calles der Berseker"
Das Düsseldorf-Oberbilker Urgestein Killa Calles ist Producer und MC in Personalunion, Icklack Squad Mitgründer,
teilt sich das D-Square Studio zusammen mit Nimzwai und macht auch sonst das meißte an seinen Releases selbst:
das Cover, das Ding in die Läden bringen pipapo, da es sonst ja keiner macht. So wurde der Sturnacken auch schon als
Deutschlands Bumpy Kunckles bezeichnet. Er ist Sample besessen, mag Sprach-Skits, -Intros und -Outros,
Plastik-Synthies höchstens als Beigabe und nicht als Hauptgericht, manisch-notorischer
Kisten-Grabbler und Plattensanmmler, immer auf der Suche nach dem perfekten
Loop, und stark geprägt von der New Yorker Rapmusik Mitte der 90iger.
"Ich mag Aufmarschtrompeten, Violinen und Cellos und für die, die's nicht
abkönnen, nen dicken, dicken Yello"
Es finden sich also eher pathetisch-melancholische bis schöne Soul-, Chanson- und
Schlagersounds über rumpelnde Stampfbeats als jazzy-mellow oder funkige Tracks, wobei Ausnahmen immer auch die Regel sind,
denn die Themenwahl seiner Songs ist zur weilen schon sehr speziell und ein bißchen freaky, so sind gerade seine Live-Shows
immer wieder für eine bizarre Überraschung gut.
"Der Endzeitprophet malt Bilder des Verfalles, und du fragst dich, was ist Killa am Calles"
"Killa" ist das Pseudonym, welches er aufgrund seines nach vornegehenden Haudrauf-Rap-Stils nach dem STF-Motto "ist
das Mikro defekt, ihr versteht uns doch", mit sich trägt und ein Song wie "Der Killa in mir" ist aktive Imagepflege gepaart
mit eiskaltem Größenwahn, nachdem manch einer das Pseudonym schon in Zweifel gezogen hatte.
"Wir zeigen Euch, daß Düsseldorf mehr als Kö und Rhein ist"
In Düsseldorf ist er an allen Fronten aktiv, hat seit Jahren seine monatliche Radio-Show "Da Real HipHop" im Bürgerfunk,
betreibt mit "Future Flavour" eine kleine, aber immer sehr gut
besuchte Konzertreihe und er kümmerte sich bis Februar 2004 um das "Amlaufenhalten" der wöchentlichen
Freestyle-Cypher in der Jugendfreizeitstätte "An der Icklack".
Mit seinen Homies Nimzwai kam er auch live schon ziemlich rum, vom Benefiz-Gig in der JVA Ulmer Höh' in Düsseldorf über eine
zum Club umgebaute Autowerkstatt in Berlin bis zur Hauptbühne vom Splash um mal Beispiele zu nennen; vor einem Auftritt beim
Düsseldorfer Karneval schreckte er dann doch zurück und verschlampte die Kontaktnummer, worüber seine Homies auch heute noch
sauer sind. Gefürchtet sind seine "Laberattacken", insbesondere in nicht mehr nüchternem Zustand und es gab schon
bedauernswerte Opfer zu beklagen.
"Wenn ich resümier und mich zurückerinner..."
Begonnen hat das Rapper- und Producer-Dasein von Killa Calles im Sommer '96 mit seiner ersten Gruppe Micromania bestehend aus
ihm uns seinem damaligen MC Partner Samy, dem Pathologen, ganz klassisch zusammengeschlossen in einem Düsseldorfer
Jugendzentrum. Erster Auftritt erfolgte im Mai '97 in Emmerich. Jedoch beschloß der Pathologe '99 seine eigenen pritvaten wie
musikalischen Wege zu gehen und ward von dort an nicht mehr gesehen. Zeugnisse aus dieser Zeit sind Features mit der Bonner
Crew DUG (Krankengymnastik/ 8 MCs) und der Track "Resümmee" auf dem Wortgewandt-Sampler von SPV. Die Beats eines eigentlich
fertigen Demos wurden für das "Der Killa - Es kann nur einen geben"-Tape mitverwendet. Ungefähr zeitgleich mit der Auflösung
von Micromania gründete sich die übergeordnete Gruppen-Struktur des "Icklack Squads", bei der sich mehrere Rap Crews und
aktive lose aneinander bunden, ohne ihre eigenen Projekte hintenanzustellen oder fallenzulassen (siehe auch Icklack History).
"Es wird Zeit, dass uns ganz Deutschland kennt"
Deswegen soll nach Tapes, Maxi (mit Video was nach der Ausstrahlung bei
Mixery Raw Deluxe in 2003 dann im Frühjahr 2004 bei "get_the_clip-HipHop" auf
Viva plus in heavy rotation lief) und Features ein Longplayer folgen, vorraussichtlich wie bisher auch selfmade als Tape und
CD. Mittlerweile sind dafür schon viele Stücke weitestgehend im Kasten, es
fehlen nur noch wenige Beatz, die nur noch mit den tighten Offbeatraps von Professor Hastig
"besamt" werden müssen.
In seinen Raps merkt man schnell, das er bisher nicht nur Fachbücher an der
Uni gewälzt hat, sondern in den vielen kleinen Anmerkungen, Metaphern und Vergleichen kommt zum Vorschein, daß er sich mit
allem möglichen Kram eingedeckt hat, von keltischen Mythen und Gralslegenden, Satanismus zum paranoiden
Verschwörungsschnickschnak, der ja scheinbar nonstop hip bleibt, über die Mafia zum internationalen Terrorismus und
Abstechern ins All und zur Science Fiction zurück zur globalisierungskritischen Politik.
Dabei wird nicht ständig daraufrumgeritten wie deep man doch ist, und es ist Calles egal wenn andere nur gefährliches
Halbwissen vermuten, und sich nur mit langweiligen Alltagsstorys begnügen.
Wie zu sehen ist, vermischen sich hier persönliche & Künstler-Biographie, denn auch das "Image" von Killa Calles ist nichts
als die Überspitzung und Übertreibung gewisser Züge seiner Person, man kann das eine ohne das andere nicht verstehen.
Copyright 2006 by Killa Calles. Killa Calles, killacalles.com and killacalles.de are trademarks of Christian Calles.
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