- Calles kleine Geschichts- und Politik- und Wissenschaftsstunde.
Da das hier geteilte Wissen zu weilen von nicht alltäglicher Natur ist, und nur
dem mentalen Uplifting dienen soll, sei an dieser Stelle noch einmal vermerkt,
was eigentlich selbstverständlich ist:
Diese Internetseite unterstüzt keine illegalen Aktivitäten und ist auch nicht
als Aufforderung zu diesen zu verstehen.
Neues aus der Calles-Forschung:
Hier ein Beitrag, der vielleicht für diejenigen interessant ist, die sich mit
dem Schreiben auf Glas beschäftigen…
"Objektträger mit mattierten Enden erleichtern die Beschriftung. Durch kurzes
Eintauchen in 40%ige Flußsäure läßt sich das Mattieren (etwa 2cm) auch einfach
selbst durchführen. (Vorsicht! Dämpfe nicht einatmen!) Man markiert mit Bleistift
(Härtegrad B oder 2) und erhält so eine gegen Alkohol, Xylol, und ähnliche
Lösungsmittel beständige Beschriftung."
Wichtige Anmerkung:Flußsäure, in Wasser gelöster Fluorwasserstoff, ist
hochgiftig, nicht nur wegen seiner ätzenden Wirkung, sondern auch weil sie mühelos durch die
Haut ins Gewebe dringt, und das Flurid zu einer Ausfällung des körpereigenen Calciums führt.
Dadurch kommt es rasch zu einem dramatischen Konzentrationsabfall des Calciums,
das für fast alle Körperfunktionen lebenswichtig ist. Deshalb kann für nicht mit
sicherem Arbeiten im Labor vertrauten Personen nur eins gelten: FINGER WEG !!!
Sicherheitshinweise gibt es als PDF-File
im Schweizerischen Toxikologischen Informationszentrum.
"Das Einritzen der Beschriftung mit dem Schreibdiamanten ist oft unbefriedigend,
da die Ritzung häufig ungleichmäßig tief ausfällt; nicht selten läßt sich die
Schrift nur recht unkontrolliert anbringen. Praktischer sind die jetzt
erhältlichen elektrischen Diamantschreiber, die gleichmäßige Schriftzüge
ermöglichen. Beschriftung mit Filzstift oder Fettstift kann nur zur
provisorischen Markierung dienen.
Man kann mit Tusche direkt auf das Glas schreiben (mit Feder oder Tuscheschreiber)
und die Beschriftung nach dem Trocknen mit einem Pinsel und dem gewöhnlich verwendeten Eindeckmittel, oder
mit farblosem Nagellack abdecken. Um die Haftung der Tuscheschrift auf dem
Objektträger zu gewährleisten, kann man das zu beschriftende Areal zuerst mit
Eindeckmitttel überpinseln.
Die dann aufgetragene Tuscheschrift ist wasser- und reibfest, wird aber durch
Xylol, Benzol und andere Lösungsmittel entfernt.
Das genannte Verfahren ist einfacher als die Herstellung einer Glastinte, die das
Eindeckmittel gelöst enthält (0,2 g eines Sudanfarbstoffes werden in 10ml Benzol
gelöst, filtriert und mit 1 ml des Eindeckmittels versetzt; die so gewonnene
Tinte trocknet rasch und ist wasserfest."
(Entnommen von einer Kopie aus einem alten Histologiebuch, die bei mir noch rumlag)
Anmerkung:Man müßt sich heute ein anderes Lösungsmittel als Benzol einfallen
lassen, da es ebenfalls sau giftig ist.
Die Geschichte des Kung Fus
Wie viele wissen, bin ich Mitte der 90iger Jahre sehr stark vom Wu-Tang Sound
geprägt worden, und durch die ganzen Kung Fu Sprach-Skits wurde mein Interesse an
den klassischen Martial Arts Movies des Hong Kong Kinos wiedererweckt.
Wer etwas über die realen geschichtlichen Hintergründe erfahren möchte,
sollte sich folgendes PDF-File herunterladen.
Kosher Nostra - Jüdische Gangster
Wer die Lyrics von "Killa in mir" aufmerksam verfolgt hat, der wird die Zeile
"wurde zum Buchhalter des Todes wie Louis Lepke" kennen.
Ich habe hier mal etwas zusammengestellt, was klar macht wer dieser Louis Buchhalter und seine Freunde
waren.
Presseinformation, zur Ausstellung Kosher Nostra.
Jüdische Gangster in Amerika 1890 - 1980
Eine Kunstinstallation von Oz Almog im Jüdischen Museum Wien
Bis zum 25. April 2004 präsentierte das Jüdische Museum in Wien unter dem Titel
"Kosher Nostra - Jüdische Gangster in Amerika 1890-1980" die bereits dritte
Kunstinstallation des österreichisch-israelischen Künstlers Oz Almog, die sich
mit einem in Europa wenig beachteten, düsteren Kapitel amerikanisch-jüdischer
Geschichte auseinandersetzt, der Entwicklungsgeschichte des organisierten
Verbrechens in den Vereinigten Staaten, die einen relevanten jüdischen Anteil
hatte. Der weit verbreitete Mythos einer Dominanz der italienischen Mafia in
Amerika überlagerte vor allem für das europäische Publikum die Bedeutung der
Gangster jüdischer Abstammung.
Doch niemand, der sich an der Geschichte der
amerikanischen Mafia versucht, kann Männer wie Meyer Lansky, Benjamin
"Bugsy" Siegel, Dutch Schultz oder Louis "Lepke" Buchalter negieren, die
neben den klassischen sizilianischen "Paten" die Geschicke der Unterwelt
bestimmten.
In seiner neuesten Kunstinstallation "Geschichte der jüdischen
Gangster in Amerika" erweitert der Künstler Oz Almog seine bisher geübte
Disziplin des Porträtierens von Menschen in Bildern und Worten zum
beeindruckenden dokumentarischen Konzentrat einer ganzen Epoche, das
gleichermaßen faszinierend und abschreckend wirkt.
Ohne romantisierende Neigung stellt sich der Künstler mit dem Scharfblick des Aufklärers diesem ungeliebten
Teil jüdischer Historie und beleuchtet die Akteure in all ihren
Widersprüchlichkeiten, wie etwa das strategische Genie Meyer Lansky, der sich
neben seinen dunklen Geschäften als herkunftsbewusster Jude immer für Anliegen
seines Volkes einsetzte.
Oz Almog zeichnet in dieser Geschichte mit gemalten Porträts und ausführlicher
textlicher Begleitung nicht etwa das Bild eines "sauberen Krieges", sondern
bietet durch seine umfangreiche Fotodokumentation auch ein beklemmendes Bild vom
Leben und Sterben in der Unterwelt.
Diese Dokumentation wurde mit Unterstützung von "Daily News, New York" erstellt, die den Großteil des
historischen Fotomaterials aus den Archiven der Zeitung zur Verfügung stellte.
Almogs Bilder stehen im Mittelpunkt des ersten Bandes der beiden Begleitbücher
zum Preis von je € 18,90, währen der zweite Band die historische
Begleitdokumentation enthält.
Hintergrundinformation:
(auszugsweise Wiedergabe der Einleitung von Erich Metz im Begleitkatalog
"JÜDISCHE GANGSTER IN AMERIKA 1890 - 1980" hrsg. von Oz Almog)
Die Schwierigkeit bei der Rekonstruktion der Geschichte jüdischer Gangster in
den USA liegt vor allem im Mangel an nachweisbaren, exakt dokumentierten
Ereignissen. Was in der Unterwelt tatsächlich geschah, ist von zahllosen Mythen
und Legenden umwoben. So kann auch die Geschichte jüdischer Gangster nur im
Zusammenhang mit der gesamten Entwicklung der organisierten Kriminalität in den
Vereinigten Staaten verständlich gemacht werden. Die Juden beanspruchten
selbstbewusst und nicht minder skrupellos ihren Platz neben den klassischen
italienischen Familienclans. Ihre berühmtesten Vertreter waren Meyer
"Little Man" Lanksy, Benjamin "Bugsy" Siegel, Louis "Lepke" Buchhalter und
Arthur "Dutch Schultz" Fleggenheimer. Die meisten von Ihnen unterschieden sich
in ihrer Mentalität insofern von den Italienern, als sie ihre illegalen
Geschäfte isoliert von familiären Bindungen betrieben und eher das Licht der
Öffentlichkeit scheuten. Sie kamen und gingen wie eine Generation kommt und
geht, während die italienischen Bosse ihre Einflusssphäre weiter vererbten.
Die Italiener errichteten ihre Dynastien, die jüdischen Bosse begründeten ihre
Imperien. Die Italiener zogen ihre eigenen Söhne als Nachfolger für das
"Familiengeschäft" heran. Sollte der Sohn für die elitäre Auslese nichts taugen,
so nahm man den Sohn einer befreundeten Familie als potentiellen Nachfolger auf,
indem man ihn mit einer seiner Töchter vermählte. Bei späteren Treffen
italienischer Bosse nahm kaum noch einer teil, der nicht irgendwie mit einer der
anderen Familien verschwägert oder verwandt war. In ihrem traditionell
schwerblütigen, katholisch geprägten Hang zur Verklärung sahen sie sich selbst
als "ehrenwerte Gesellschaft".
Die jüdischen Gangsterbosse hingegen waren Einzelgänger mit einer vergleichsweise
pragmatischen Weltsicht, die es erst gar nicht zuließ, dass sie ihre Art von
Geschäften mit dem Weihrauch einer "ehrenwerten Gesellschaft" vernebelten. Im
Allgemeinen hielten sie ihre gesamte Familie auf Distanz zu ihren Geschäften,
eine familiäre Nachfolgefrage war für sie nicht von Bedeutung. Sie wurden zu
Kriminellen, weil sie aus den sozialen Randschichten, denen sie entstammten,
entkommen wollten. Sie wollten die materielle Basis für ein legales Dasein ihrer
Nachkommen schaffen. Nur wenige erreichten dieses Ziel. Ihre Familienangehörigen
hielten sie soweit wie möglich von den Risken ihres gefährlichen Lebens fern.
Manche ihrer Ehefrauen hatten höchstens eine diffuse Ahnung, welche Art von
Geschäften ihre Ehemänner nachgingen.
Die jüdischen Gangster unterhielten zwar genauso ihre Gangs aus Killern und
Handlangern, die ihre Macht absicherten, doch nicht ihre Familie, sondern ihre
eigene Person war der Machtfaktor. Die Entwicklung der New Yorker Unterweltszene
von einander rivalisierenden sizilianischen Clans zu dem überregionalen,
ethnisch gemischten Syndikat, der Commission, war vor allem das Werk des
Sizilianers Charles "Lucky" Luciano, dessen Macht und Einfluss dem vielzitierten
Titel Capo di tutti Capi (Boss aller Bosse) noch am nächsten kam, sowie des Juden
Meyer Lansky, seinem engen Freund und Partner. Die Entstehung dieses Syndikates
oder richtig gesagt - der Commission -war die entscheidende Phase in der
Entwicklung der organisierten Kriminalität, und die Gangsterbosse jüdischer
Herkunft hatten daran maßgeblichen Anteil. Es war anfangs noch keine oberste
hierarchische Instanz der gesamten Unterwelt, eher eine Koordinationsstelle, am
ehesten noch vergleichbar mit dem Vorstand eines multinationalen Konzerns.
Luciano war die Schlüsselfigur für die Karriere der bekanntesten jüdischen
Gangster, da er mit den ethnischen Abgrenzungen der früheren Mafiabosse brach
und seine jüdischen Freunde mit ins Spiel brachte, die ihm letztendlich auch zu
seiner Vormachtstellung verholfen hatten.
Bei Radio Bremen gab es folgenden Beitrag zu dieser Koscher Nostra Austellung:
Hier habe ich auch noch ein Buch-Tip zu diesem Thema gefunden:
Murder Inc. oder Nicht ganz koschere Geschäfte in Brooklyn
Rich Cohen, Gebundene Ausgabe Fischer (S.), Frankfurt Februar 1999
EUR 19,90 ISBN: 3100102150
Sowie eine zugehörige kurze Buchbesprechung:
Murder Inc. oder Nicht ganz koschere Geschäfte in Brooklyn - Produktbeschreibung
"Die meisten Menschen haben noch nie etwas von jüdischen Gangstern gehört.
Sie glauben nicht einmal, daß es sie je gegeben hat. Allein der Gedanke an einen
jüdischen Gangster verstößt gegen die elementarsten Klischees von Juden,
Klischees, die den Platz der Juden in der Welt umschreiben. Juden sind körperlich
harmlose Bürokreaturen."
Rich Cohen kann sich erlauben so zu schreiben, schließlich ist er selbst Jude,
und daß er sich für jüdische Gangster interessiert, hat biographische Gründe.
Seine Großeltern besaßen ein Restaurant in Brooklyn, in dem die zwielichtigen
Gestalten zu speisen pflegten, sein Vater und dessen Freunde sogen den Mythos der
jüdischen Unterwelt in ihren halbstarken Träumen auf. Der Ton des Vaters ist auf
den Sohn übergegangen, der die Geschichte des organisierten jüdischen Verbrechens
wie einen Abenteuerroman verkannter Volkshelden darstellt.
Am Vorabend des zweiten Weltkriegs entstehen in New York, besser gesagt in den
Vierteln Brooklyn und Brownsville, jüdische Verbrecherbanden, deren Bandenmitglieder
im Laufe der Jahre ihre Kriminalität von Gewerkschaftserpressung zu Drogenschmuggel,
Prostitution, Bandenkrieg und Auftragsmord steigern. Ihre Namen klingen wie für ein
Drehbuch geschrieben: Bugsy Siegel, Abe Kid Twist Reles, Meyer Lansky, Louis Lepke
Buchalter, Arnold Rothstein. Cohen zeichnet das Leben der Kriminellen, soweit er es
rekonstruieren konnte, nach, spart dabei nicht mit Sympathien und kommt immer wieder
darauf zurück, weshalb er diese Juden der 30er und 40er Jahre, am Vorabend des
Holocaust, bewunderte: "Die Gangster waren der Prototyp eines neuen Juden, jenes
sportlichen, geländegängigen Modells, das sich aus der Asche des zweiten
Weltkriegs erheben sollte. Männer wie Lepke und Lansky zählten zu den ersten
Juden, denen die Wahrheit über die Gewalt bekannt war."
Cohen schafft es trotz seiner manchmal etwas waghalsigen und unpassenden
Vergleiche, trotz seiner saloppen Ausdrucksweise, die angesichts der allzu
brutalen Situationen manchmal nicht angebracht scheinen, die nahezu unbekannte
Geschichte der jüdischen Gangster, ihre Schauplätze und Showdowns plastisch
darzustellen. Am eindrucksvollsten ist ihm das Ende der Ära gelungen: Lepke,
der Chef der Unterwelt, stellt sich Edgar J. Hoover, dem damaligen Leiter des
FBI. Nach und nach gehen die Fische den vor allem auch politisch motivierten
Ermittlern ins Netz, beginnen zu "singen", werden zum Tod verurteilt.
Cohens Buch ist, gerade wegen seiner streitbaren Einstellung zu den Gangstern,
ein lesenswertes Stück Zeit-, Sozial- und Kriminalgeschichte. --Bettina Albert
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